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articulate – new tendencies in contemporary German literature

Funeral for a Dog – John Wray trifft Thomas Pletzinger und Ross Benjamin

Sein erster Roman gehörte 2008 zu den meistbeachteten Büchern des Jahres. “So breitbeinig und gerissen hat sich lange kein junger deutscher Schriftsteller ins Getümmel der Welt und der Literaturgeschichte gestürzt”, schrieb damals Der Spiegel, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach von einem “nahezu perfekten Debüt”. Die Rede ist von Thomas Pletzingers Bestattung eines Hundes (Kiepenheuer & Witsch), dessen Übersetzung (Funeral for a Dog) gerade bei W.W. Norton & Company erschienen ist (und bereits von The New York Times und The Guardian ausführlich besprochen wurde).

Doch der 35-jährige Berliner ist nicht nur Romanautor sondern arbeitet seit Jahren auf ganz unterschiedlichen Feldern an und mit Literatur: als Übersetzer, Drehbuchschreiber, Kurator und Dozent. Er hat eine umfangreiche Gedichtauswahl des großen jüdisch-amerikanischen Autors Gerald Stern ins Deutsche übertragen (Alles brennt!, Matthes & Seitz, Berlin 2009), Kreatives Schreiben an verschiedenen Universitäten unterrichtet, zahlreiche Veranstaltungen mit deutschen und internationalen Gästen organisiert und schreibt aktuell eine literarische Reportage über das Basketballteam Alba Berlin, das er eine Saison lang begleitet hat.

New York ist für Pletzinger eine Stadt von besonderer Bedeutung – als biografische Wegmarke (er arbeitete einige Zeit für eine Literaturagentur in Manhattan und kam 2009 als Stipendiat des Deutschen Hauses zurück) und als Literaturschauplatz, der in Bestattung eines Hundes eine wichtige Rolle spielt und an den er auch seinen nächsten Romanhelden zurückkehren lassen wird – aber hier sei noch nicht zu viel verraten.

An diesem Abend trifft er gemeinsam mit seinem Übersetzer Ross Benjamin auf den Autor und Journalisten John Wray. Genau wie Pletzinger liebt auch Benjamin das Arbeiten auf verschiedenen literarischen Baustellen zugleich: Er hat unter anderem Hölderlin und Joseph Roth ins Amerikanische übertragen und sich zugleich als Literaturkritiker und Essayist einen Namen gemacht. 2010 wurde Ross Benjamin für seine Übersetzung von Michael Maars Solus Rex: Die schöne böse Welt des Vladimir Nabokov (Speak, Nabokov, Verso Books 2009) der Helen-und-Kurt-Wolff-Übersetzerpreis verliehen. Aktuell arbeitet er an einem Roman über die Harlem Renaissance. Gemeinsam werden sie Funeral for a Dog vorstellen, mit unserem Moderator John Wray über die Entstehung der Übersetzung und den intensiven Austausch während dieser Arbeit sprechen. Zugleich möchten wir fragen, was es bedeutet, sich als “Arbeiter im Literaturbetrieb” in den Metropolen Berlin und New York durchzuschlagen, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebensweisen und -entwürfe es gibt.

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